Niederlagen – ein Tabuthema?

Niemand gibt gerne zu, wenn es mal nicht so gut läuft im Leben.

Facebook und Instagram haben dazu geführt, dass wir von allen Menschen nur die Highlights im Leben sehen, und glauben, dies sei deren Alltag.

Wir sehen die glückliche Beziehung, die bei Kerzenschein und romantischem Beisammensein dokumentiert wird, die Urlaube in fernen Ländern mit tollen Strandbildern, die Bilder vom neuen Auto oder Haus, wir sehen wie andere gerade den großen Auftrag an Land gezogen haben, den wir selber gerne gehabt hätten usw. usw.

In den seltensten Fällen postet jemand Bilder von sich, wie er in Jogginghose verheult auf der Couch sitzt und frustriert einen ganzen Eisbecher in sich reinstopft.

Die Wahrheit ist aber natürlich, dass Erfolg selten über Nacht passiert.

Und auch Menschen, die nach Aussen scheinbar erfolgreich sind, haben immer wieder Rückschläge im Leben.

Entweder privater Natur oder im Business.

Kein Leben ist so perfekt, wie es uns anderen oft erscheint.

Warum ich darüber schreibe?

Weil ich kürzlich von ein paar Kolleginnen, die noch nicht ganz so lange im Business sind (oder teilweise noch in der Ausbildung) gefragt wurde, wie lange es denn so dauern würde, bis man wirklich Geld als Make Up Artist verdient, oder wie ich denn so an meine Jobs komme.

Natürlich poste auch ich nicht unbedingt die Schattenseiten und die schweren Zeiten unseres Business.

Ihr seht auf Facebook oder Instagram nur, welchen Job ich oder andere Kolleginnen bekommen haben.

Was man nicht sieht, sind all die Angebote, die wir rausgeschickt haben für Jobs, die dann doch nie zustande kamen.

Die Absagemails, die wir bekommen, weil jemand anders bessere Kontakte hatte, schneller oder schlicht und einfach billiger war.

All die Emails, die wir an Fotografen, Firmen oder Agenturen gesendet haben, die manchmal erst gar nicht beantwortet wurden.

Wenn es Euch mal so richtig schlecht nach einer Niederlage geht, meldet Euch gerne bei mir und ich erzähle Euch mal ein paar unterhaltsame Geschichten von meinen Erfahrungen mit Makeup Artist Agenturen.

Oder wie ich 2016 sogar zum Anwalt gehen musste, um mein Honorar von einem unseriösen Kunden einzufordern.

Die Wahrheit ist:

die Selbstständigkeit gleicht oft einer Achterbahnfahrt.

Man ist an einem Tag total high, weil man einen besonders guten Job ergattert hat, und schon am nächsten Tag kann die Blase wieder platzen, weil z.B. das Budget des Kunden doch nicht reicht, oder weil der Fotograf, der gebucht wurde, nun doch seine „eigene“ Visa mitbringt.

Du blockst Dir wochenlang Termine für Kunden und lehnst andere Aufträge ab, und dann wird Dir der Job kurzfristig abgesagt.

All das ist völlig normal und gehört zu unserem Alltag, nur sprechen nicht viele Leute darüber.

Ich kenne einige Kolleginnen, die sich schon Nebenjobs im Büro gesucht haben, oder sogar kurz mit dem Gedanken gespielt haben, sich wieder eine Festanstellung zu suchen.

Ich selbst war auch schon ein paar mal drauf und dran, alles hinzuschmeißen und wieder einen Beruf im kaufmännischen Bereich zu suchen, wo ich mehr finanzielle Sicherheit habe.

Aber dann haben doch wieder meine Sturheit und mein Ehrgeiz gesiegt.

Ich wollte nicht aufgeben. Nicht nach all der Arbeit, dem Schweiß und den Tränen.

Und ich kann mir ehrlich gesagt auch keinen Job im Büro mehr vorstellen, denn ich liebe was ich tue.

Wie lange dauert es also, bis man mit dem Job Geld verdient?

Ich denke, da gibt es keine klare Aussage.

Es hängt ganz davon ab, wieviel Zeit und Arbeit man bereit ist in sein Business zu investieren.

Wenn man nicht gerade das große Glück hat, einen erfolgreichen und loyalen Fotografen im Freundeskreis zu haben, oder ähnliche Unterstützung als „Starthlfe“ hat, dann wird es trotz viel Arbeit mindestens 2-3 Jahre dauern, bis man im Alleingang gute Aufträge bekommt.

Ein paar Fragen sollte man sich immer stellen:

Wie gut ist man im Internet für Kunden zu finden?

Hat man im Portfolio gute Arbeiten in dem Bereich, in dem man arbeiten will?

Ist man flexibel und zuverlässig? (Unzuverlässigkeit spricht sich schnell rum und ein guter Ruf ist schneller ruiniert als aufgebaut)

Und wieviele Kontakte zu Fotografen, Kolleginnen/Kollegen hat man aufgebaut?

Seht die anderen MUAs nicht immer nur als Konkurrenz, sondern evtl. auch als Verbündete.

Einen Großteil meiner Jobs habe ich auch ein paar ganz lieben Kolleginnen zu verdanken, die mich empfohlen haben, wenn sie selbst den Job nicht machen konnten.

Manche Aufträge erfordern auch mal ein Team von Visagisten, und da ist es hilfreich, wenn man sich gut untereinander vernetzt.

Ich bin für mehr miteinander statt gegeneinander, denn die Selbstständigkeit ist gemeinsam gleich ein Stück leichter.

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