Nein, ich bin keine Kosmetikerin

April 18, 2019

Ich wurde von den Leuten schon als vieles bezeichnet: Friseurin, Stylistin, Visagistin, Kosmetikerin.....

meist korrigiere ich die Menschen inzwischen nicht mehr, da ich nicht als überheblicher Klugscheißer rüberkommen möchte, und da ich glaube, dass die meisten den Unterschied auf die Schnelle eventuell auch nicht verstehen.

Als mich meine Steuerberaterin 2017 jedoch auch auf einem Formular für das Finanzamt als "Kosmetikerin" bezeichnete, habe ich dann schon ziemlich schnell Einspruch erhoben, da ich nicht wußte, was eine falsche Berufsbezeichnung an der Stelle für Folgen haben könnte. 

 

Es sind nämlich tatsächlich komplett verschiedene Berufe, für die man jeweils eine ganz andere Ausbildung durchlaufen muss.

Als ich mein Gewerbe im Jahr 2015 angemeldet habe, bekam ich z.B. auch gleich Post von der Berufsgenossenschaft, die mich aufforderte, doch bitte die Beschäftigten in meinem Salon anzumelden.

Ich habe allerdings weder einen Salon, noch habe ich Angestellte.

Da ich Einzelunternehmerin bin, ist meine Firmenadresse schlicht und einfach meine Wohnung (in der ich auch nicht an Kunden arbeite, da ich gerne Privates von Beruflichem trennen möchte).  

 

Also für diejenigen, die es gerne genauer wissen möchten: ich habe keinen eigenen Salon/Studio.

Ich arbeite komplett mobil als Hair & Makeup Artist und komme zu den Leuten nach Hause, ins Hotel, ins Büro oder ins Fotostudio - wo immer meine Dienste gebraucht werden.

Da ich eben weder eine Friseurin, noch eine Kosmetikerin bin, habe ich keine Laufkundschaft, die mal eben bei mir vorbeischauen würde, ob denn heute noch ein Termin frei ist.

Meine Kunden buchen mich für einen bestimmten Termin im Voraus (z.B. ein Event oder ein Fotoshooting).

Ich komme dann mit meiner Ausrüstung (eine Tasche für Makeup und eine zweite für das Haarstyling) dorthin, wo ich gebraucht werde.

Meist werde ich von Firmen gleich für einen halben oder ganzen Tag gebucht.

Wenn man mir die Anreise zahlt, kann das gerne auch ausserhalb von Berlin sein.

Ich war dieses Jahr auch schon für Jobs in Hannover und Hamburg.     

 

Und für die, die gerne den Unterschied der einzelnen Berufsbezeichnungen kennen möchten, hier eine kleine Zusammenfassung:

 

Ich bin Hair & Makeup Artist . (auch oft MUA oder MUAH genannt)

Hierfür habe ich eine einjährige Ausbildung an einer Privatschule gemacht.

Ich schminke meine Kunden und mache Haarstyling.

Zum Haarstyling gehören Haare glätten, Locken/Wellen jeder Art, Hochsteckfrisuren, Flechtfrisuren oder auch das Einarbeiten von Haarteilen und stecken von Perücken.

Einige Makeup Artists bieten auch Bodypainting oder Airbrush an. 

Der Job ist leider nicht staatlich anerkannt, so dass sich im Prinzip jeder mit einem Pinselset und ein paar Produkten aus der Drogerie so nennen darf.

Es empfiehlt sich daher, immer einen genauen Blick auf die Referenzen der Person zu werfen.

Die meisten Profis haben auch eine vernünftige Website, nicht nur einen Instagram- oder Facebookaccount.

 

Stylist: der Begriff wird gerne vielseitig verwendet.

Hierunter fallen z.B. auch Farb- und Stilberatung.

Bei professionellen Fotoshootings ist der Stylist die Person, die für das gesamte Outfit verantwortlich ist.

Also die Kleidung, die Schuhe, die Accessoires, den Schmuck usw.

Professionelle Stylisten haben meist ein Studium in Modedesign abgeschlossen.

 

Bei aufwendigen Fotoshootings werden ein Stylist und ein Hair& Makeup Artist separat gebucht.

Das sieht dann hinter den Kulissen z .B. so aus wie bei einem meiner Jobs im letzten Jahr (im Vordergrund mein Arbeitsbereich, hinten die Outfits, die vom Stylisten organisiert wurden):

 

 

 

 

Visagisten (auch oft Visa genannt) schminken auch, machen aber meist kein Haarstyling.

Ich bin aber mit dieser Bezeichnung trotzdem absolut einverstanden.

Ausbildung genau wie beim Makeup Artist und nicht staatlich anerkannt.

 

Maskenbildner/in ist ein staatlich anerkannter Beruf, für den man drei Jahre lang  lernt.

Maskenbildner lernen nicht nur das Schminken und Frisieren, sondern unter anderem auch das Haare schneiden, das Erstellen von Haarteilen, Bärten und Perücken, das Anfertigen von Gesichts- und Körperteilen, sogenannten "Prosthetiks" und vieles mehr.

Maskenbildner arbeiten sehr oft am Theater, beim Film oder Fernsehen, da sie auch im Bereich Special Effects (Wunden/Narben schminken oder alt schminken) bestens ausgebildet sind. 

Hier sind der Kreativität oft keine Grenzen gesetzt.

Maskenbildner erschaffen mit Hilfe von Silikon, Wachs, Gips und Kunstblut oft Zombies, Elfen, Monster und vieles mehr.  

 

Friseurin: staatlich anerkannter Lehrberuf, der im Betrieb über 3 Jahre erlernt wird (es gibt ein Azubi-Gehalt).

Die Friseurin macht nicht nur Haarstyling, sondern nimmt auch dauerhafte Veränderungen am Haar vor, wie das Schneiden der Haare, das Färben, Strähnchen machen, Dauerwellen usw.

Wer will, kann im Anschluß an die Ausbildung auch noch seinen Meister machen, um sich dann mit einem eigenen Salon selbstständig zu machen (der Meister ist hierfür die Voraussetzung).

Obwohl der Duden übrigens sagt, dass die weibliche Version von Friseur die Friseuse sei, wurde ich schon mal sehr giftig von einer Kollegin korrigiert, dass sie eine "Friseurin" sei, also ist man mit diesem Begriff wohl eher auf der sicheren Seite.

 

Kosmetikerin: ebenfalls ein staatlich anerkannter Beruf, der entweder im dualen System (Schule und Betrieb) über 3 Jahre erlernt wird, oder in einer privaten Schule in einer einjährigen Intensivausbildung.

Bei der reinen Schulausbildung muss man die Kosten allerdings selbst aufbringen.

Es gehört auch das Schminken zur Ausbildung der Kosmetikerin, aber darüber hinaus werden hier auch sehr viel umfangreichere Behandlungen vorgenommen wie:

Haarentfernung, Augenbrauenkorrekturen, Wimpern und Augenbrauen färben, Hautreinigung, Maniküre und Pediküre, Cellulitebehandlung, Peelings und vieles mehr.

Kosmetikerinnen arbeiten in der Regel in einem Studio, oder aber z.B. auch in Wellnesshotels, Spas oder beim Hautarzt. 

 

 

Ich hoffe, ich konnte Euch mit dieser kleinen Zusammenfassung helfen, die einzelnen Berufsbezeichnungen besser zu verstehen und auseinander zu halten.

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